Wie digitale Medien gemeinnützige Projekte stärken können

Socialbar Bonn
02.02.2016 1
Socialbar Bonn am 1. Februar 2016, zu Gast bei der GIZ (Foto: Socialbar Bonn)

Den Digitalen Wandel konstruktiv für den Erfolg nutzen – die Referenten der 30. Socialbar vom 1. Februar 2016 verrieten, wie es geht.

Best practice in der EZ

Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), Gastgeber der 30. Socialbar, berichtete über ihr Sektorvorhaben für die Digitale Welt. Die GIZ-Referenten, Jan Schwaab und Balthas Seibold, zeigten, welche Handlungsfelder für die internationale Entwicklungszusammenarbeit (EZ) sich im Digitalen Wandel ergeben und welche Chancen die Digitale Welt der EZ bietet. Sie erzählten beispielsweise von einem Projekt in Nairobi, bei dem aus Nähmaschinen 3D-Drucker hergestellt wurden. Das Projekt konnte dadurch entstehen, dass eine globale Vernetzung den nötigen Wissensaustausch und eine gemeinschaftliche Produktion ermöglichte.

Auch die DW Akademie nutzt neue digitale Strukturen für ihre Projekte in der Entwicklungszusammenarbeit. Martin Hilbert, Ländermanager Libyen für die DW Akademie, erklärte, wie die „Libyan Cloud News Agency“ (LCNA) das Recht auf Information in Libyen stärken soll. Die jahrzehntelange Herrschaft des ehemaligen Diktators, Muammar al-Gaddafi, habe zu einer „zentralistischen Medienstruktur“ und einem enormen „Verlust an Wissen“ im Land geführt, erklärte Hilbert. Die DW Akademie bildete im Auftrag der Europäischen Union vor Ort Journalisten aus, die für die Libyan Cloud News Agency berichten. Die LCNA ist die erste unabhängige Nachrichtenagentur im Land – alleine ihre Gründung ist bedeutungsvoll, ein Novum auch die Nutzung von Satelliten-gestützter Technologien. Nun besteht die Herausforderung der Agentur darin, sich eigenständig durch ihre Abonnenten zu finanzieren. Die Projektplanung sah nur den Aufbau der Agentur vor, da so dem Vorwurf der Fremdsteuerung oder westlicher Spionage entgegengewirkt werden soll.

Gutes tun mit digitaler Hilfe

Über das Prinzip der Online-Spenden hilft die Plattform „betterplace.org“ gemeinnützigen Organisationen, aber auch Privatpersonen, dabei, Geld für bestimmte Projekte zu sammeln. Ob der Fahrstuhl für den Rollstuhlfahrer im Nachbarhaus oder medizinische Hilfe für syrische Flüchtlinge – 16 000 Projekte in 172 Ländern sind auf betterplace vertreten. Seit dem Start der Plattform in 2007, wurden insgesamt 29,9 Millionen Euro an Spenden gesammelt, berichteten Kristina König und Pia Chowdhury, Botschafterinnen für betterplace und lokale Ansprechpartnerinnen in Bonn. Online-Spenden seien in Deutschland zwar noch nicht weit verbreitet, dennoch habe betterplace seine Spendeneinnahmen im vergangenen Jahr um 100 Prozent steigern können.

Wie Social Media auch die Energiewende unterstützen können, erklärte Christian Knops von „Grüner Strom Label e.V.“. Der Verein wurde im Jahr 1998 von gemeinnützigen Umwelt- und Verbraucherverbänden sowie Friedensorganisationen gegründet mit dem Ziel, grüne Energieprodukte zu zertifizieren. Christian Knops berichtete davon, wie er die Social Media Präsenz des Vereins von Grund auf aufbaute und erzählt dabei auch von seinen Erfahrungen mit der Online-Enzyklopädie Wikipedia, welche er auch als soziales Medium und Möglichkeit der Selbstdarstellung sieht.

Das Netzwerk-Treffen „Socialbar“ bringt in regelmäßigen Abständen Web-Aktivisten, Social Entrepreneurs, NGOs, Politiker und Unternehmen in deutschen Großstädten zum Austausch zusammen. Der thematische Fokus der Treffen liegt auf den Potentialen des Internets. Bonn war eine der ersten Veranstaltungsstädte und blickt nun schon auf 30. gelungene Socialbar-Veranstaltungen zurück.

Die nächste Socialbar findet am 4. April im Gustav-Stresemann-Institut statt.

Narîn Leder, DW Akademie, Kommunikation

Fotos von der 30. Socialbar …haben wir auf Flickr hochgeladen.

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