Von Grauköpfen und Teamarbeit – die 37. Socialbar Bonn

Socialbar Bonn
14.06.2017 0

„Digitale Medien für alle“ lautete das Thema der 37. Socialbar Bonn. Im Medienzentrum der Bundeszentrale für politische Bildung stellten drei Initiativen aus Bonn und Düsseldorf den rund 40 Teilnehmenden vor, wie sie dazu beitragen, Menschen unterschiedlichen Alters und mit unterschiedlichen Bedürfnissen in die digitale Welt zu begleiten.

Ziel des Medienzentrum Bonn ist es, Kindern und Jugendlichen Medienkompetenz zu vermitteln. Das städtische Angebot des Schulamts und des Amts für Kinder, Jugend und Familie in Bonn richtet sich dabei sowohl an Schülerinnen und Schüler als auch an Lehrer und Eltern, erklärte Leiterin Sabine Hörter. Zu den Themenschwerpunkten gehören Medienbildung, Cybermobbing, Mediensucht aber auch kreative Mediennutzung wie Trickboxes, mit denen Filme produziert werden können. Dazu kommen noch an Hardware orientierte Angebote wie der iPad-Koffer oder ein Gerätepool. Um vom Medienzentrum unterstützt zu werden „muss man nur in Bonn und gemeinnützig sein“, betonte die Medienpädagogin.

An Menschen in der dritten Lebensphase richtet sich Tat&Rat, dessen Arbeit Günter Reiner vorstellte. Angebote mit Computern sind nur ein Teil der Angebote des Vereins mit rund 300 Mitgliedern. „Die Teilnehmenden wollen natürlich etwas lernen“, so Reiner über die Motivation, an Computerkursen teilzunehmen. „Genauso wichtig ist aber der soziale Kontakt.“ Am häufigsten nachgefragt sei in dem Themenfeld das Angebot „Internet für Senioren“. „Da sitzen dann Grauköpfe mit Ehrfurcht oder Schnoddrigkeit vor den Kisten“, beschrieb Reiner die Kurse. Seine Beobachtung: Es würden keine „Tastenaffen“ ausgebildet, sondern „es macht ihnen Spaß“. Das gelte auch für diejenigen, die in Kursen ihr Wissen weitergeben. Das unausgesprochene Selbstverständnis aller Beteiligten sei es, „mehr zu hinterlassen als eine Delle im Sofa“.

Im dritten Vortrag stellten Bernhard Spelten und Christoph Wiche das Angebot von PIKSL aus Düsseldorf vor, das Menschen mit Lernschwierigkeiten beim Weg in die digitale Welt begleitet. Den rund 180 Klientinnen und Klienten, die zum Teil in drei gemeinschaftlichen Wohnformen lebten, solle die digitale Teilhabe ermöglicht werden. Das Besondere am Projekt: Menschen mit und ohne Lernschwierigkeiten entwickelten alles gemeinsam. „Wir sind ein Team“, so Wiche. Dazu gehört unter anderem das PIKSL-Labor, wo Internetzugang ermöglicht werde. „Die Möbel sind mit den und für die Nutzer entwickelt worden“, erklärte Spelten den transdisziplinären Prozess der Produktentwicklung. Wiche ergänzte, dass die Schreibtische unter anderem höhenverstellbar seien, damit auch Menschen im Rollstuhl ohne Hindernisse an den Rechnern arbeiten könnten. Mittlerweile arbeite PIKSL auch mit Institutionen und Unternehmen zusammen, um Webangebote barriereärmer zu gestalten. „Wir stellen immer wieder fest, dass Inhalte zwar oft für Werbetexter gut angeordnet sind, aber nicht für die breite Masse“, beschrieb Spelten die Erfahrungen. Hier könnte PIKSL helfen.

Auch die nächste Socialbar Bonn wird wieder ein Motto haben: Am Montag, 4. September, geht es um Netzwerke in Bonn. Bereits zugesagt haben „Spinnen-Netz“ und „Start up Bonn-Rhein-Sieg-Kreis – Digitale Unternehmen“. Gastgeber ist das BonnLab in Beuel, los geht’s wie immer um 18 Uhr.

Die Fotos der 37. Socialbar Bonn

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