Gelungene Online-Premiere der Socialbar Bonn

Socialbar Bonn
07.04.2020 0

„Wie hoch ist das Energie-Level bei Euch?“, fragte Moderatorin Ute Lange zu Beginn der 49. Socialbar Bonn – der ersten virtuellen in ihrer zehnjährigen Geschichte. „Fünf heißt viel Energie“, sagte Lange und hielt selbst genauso viele Finger in ihre Webcam. Und in der Kachel-Übersicht, die das Online-Konferenz-Tool zur Verfügung stellt, sah man an der Zahl der hochgehaltenen Finger, dass es den etwa 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmern an ihren Bildschirmen genau so ging. Und das sollte sich in den darauffolgenden zwei Stunden nicht ändern: Unterstützt vom Bonner Start-up Unity Effect hatten die Organisatoren Bewährtes – Vorstellungsrunde, Vorträge, Austausch – mit Neuem – Abstimmungen, Breakout-Sessions, Mitmachaktionen – zu einer erfolgreichen Online-Premiere der Socialbar Bonn zusammengeführt.

Im Mittelpunkt standen wie auch bei den 48 Ausgaben zuvor die Vorträge, der Austausch und vor allem das Aufeinandertreffen neuer und regelmäßiger Gäste. Viele Billy-Regale gab es im Hintergrund zu sehen, aber auch kleine Kinder, die bei ihren Eltern auf dem Schoß erwartungsvoll in die Kameras schauten. Ergänzt wurden vertraute Socialbar-Abläufe mit Breakout-Sessions, wo sich per Zufallsgenerator zusammengewürfelte Kleingruppen miteinander bekannt machten. Und auch Fragerunden per menti.com wurden eingesetzt, um sich trotz der räumlichen Distanz einander näher zu kommen. Nach der Vorstellungsrunde per Zettel und Stift ging es dann in die beiden Vorträge.

Timothy Krechel von tarent zeigte Beispiele in denen digitale Modelle dabei helfen können, die analoge Welt zu verstehen. Unter anderem verwies er auf ein Projekt der Stadt Singapur: Durch die Erfassung der Verkehrssituation oder von Passantenströmen werden bestimmte Szenarien simuliert – und die Ergebnisse wiederum dafür eingesetzt, die Lebensqualität in der Stadt zu erhöhen. Krechel verwies auch auf digitale Kopien von Menschen, sogenannte Avatare, die mittlerweile schon als Nachrichtensprecher agierten. Krechel griff in seinen Beispielen auch die ethische Komponente auf – etwa mit Blick auf Deep Fakes und die zunehmende Schwierigkeit, diese von authentischen Videos zu unterscheiden.

Ein Instrument, mit dem man Trends der kommenden Jahre aufspüren kann, ist der techDetector, den Elke Matthaei von der Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit im zweiten Vortrag des Abends vorstellte. Der techDetector, im Oktober 2019 gestartet, ist im Wesentlichen Kriterienkatalog, mit dem sich neue Technologien prüfen und bewerten lassen. Zusätzlich zu Fragen der Produktreife oder anderen technischen Aspekten spielen im techDetector auch Fragen zu sozialen und Umweltkomponenten eine große Rolle. Und auch die Wirkung auf die Partnerländer würden im techDetector geprüft. „Wir wollen das Potenzial einer neuen Technologie sehen“, erkläre Matthaei, „und welche Wirkung diese auf nachhaltige Entwicklung haben.“

Wie nachhaltig die Socialbar Bonn wirkt, soll zum Jubiläum anlässlich der 50. Ausgabe am 8. Juni vorgestellt werden. Jannik Kaiser und Clemens Binder von Unity Effect erklärten, dass sie an einer Visualisierung arbeiten, die unter anderem die Themen, Referentinnen und Referenten und auch Orte der vergangenen Orte aufzeigt. Die beiden kündigten einen Fragebogen an, der in Kürze per Mail an den E-Mail-Verteiler der Socialbar verschickt und auch auf den Social-Media-Plattformen gepostet wird. Wie vernetzt Bonn ist – und welchen Anteil die Veranstaltungsreihe damit hat – wird dann am 8. Juni vorgestellt. „Mit Kuchen, Sekt und Musik“, versprach Ute Lange.

Eher kurzfristig soll eine Linkliste helfen, die die Teilnehmenden der Socialbar Bonn in der Pause zwischen den Vorträgen erstellt haben: Hier waren alle aufgerufen, Initiativen aufzuzählen, die in der derzeitigen Corona-Situation Hilfe bieten. Eine dieser Initiativen ist gdnws.de: Das Portal bündelt Streams und andere Angebote aus der Bonner Szene und trägt so zum Zusammenhalt der Stadt in Zeiten von Ausgangsbeschränkungen bei. So hat gdnws.de auch den Livestream der 49. Socialbar Bonn übertragen.

„You’ll Never Walk Alone“ – mit diesem Song von Gerry & The Pacemakers ging die 49. Socialbar Bonn nach zwei Stunden zu Ende. Und der traf die Stimmung sehr gut: Jeder war allein, dennoch ist ein starkes und nachhaltig wirkendes Gemeinschaftsgefühl entstanden. Die Energie stimmte einfach.

Hier gibt es das ganze Video zum noch einmal Anschauen

Linkliste von Corona-Initiativen

Zu den Vorträgen

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