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Socialbar Bonn #13

Agenda

18.00 – 18.30 Uhr: Ankommen + Kennenlernen
18.30 – 19.15 Uhr: Zwei Präsentationen + Fragerunde
19.15 – 19.30 Uhr: PAUSE
19.30 – 19.50 Uhr: Präsentation + Fragerunde
19.50 – Ende offen: Open space – Themenrunde, Kontakte knüpfen, Kooperationen planen

ReferentInnen:

  • „Stifter-helfen.de – IT for Nonprofits: das Onlineportal für IT-Spenden in Deutschland“: Pia Prangenberg, Stifter-Helfen.de – IT for Nonprofits
  • Klassik-Jugend-Welt-Musik – oder: wie man gut zwischen den Stühlen sitzt: Dr. Solveig Palm, Projektleiterin 5000×5000 für ein Beethoven-Festspielhaus und Vorsitzende des Netzwerks Ludwig van B.
  • „Politisch-technisches Open Beta – Die Piratenpartei als Lernort“: Martin William Stappen, Piratenpartei Bonn

 

Rückblick

Socialbar 6. August 2012
Von Transparenz und Verantwortung

Vom Sommerloch keine Spur: Rund 40 Vertreter von NGOs, Unternehmen, Organisationen und Agenturen trafen sich am 6. August bei der Socialbar Bonn. Bereits zum 13. Mal tauschten sich die Teilnehmer zu Themen rund ums Internet und Kampagnensteuerung aus – auf Einladung von Deutsche Post DHL im Post Tower.
Transparenz und Verantwortung – das waren die Themen, die Christof Ehrhart, Direktor Konzernkommunikation Deutsche Post DHL, in seiner Begrüßung aufgriff. „Der Konzern muss verstehen, welche Anforderungen die Welt an ihn hat“, nannte er eine der Herausforderungen, denen sich Deutsche Post DHL stellen müsse. Social Media spielten hierfür eine große Bedeutung. „Wir machen uns mit den digitalen Medien transparent und treten in einen konstruktiven Dialog mit der Gesellschaft“, so Ehrhart. Andere Instrumente, um mit gesellschaftlichen Interessengruppen im Gespräch zu bleiben, seien Veranstaltungen oder Partnerschaften, etwa mit SOS Kinderdörfer. Deutsche Post DHL wolle sich der Verantwortung stellen, die der Konzern gegenüber seinen Mitarbeitern, Kunden, Partnern und der Gesellschaft habe. „Wir wollen einen Beitrag leisten, um unseren Planeten besser zu machen“, bekräftigte Ehrhart.
Ein Anspruch, den offensichtlich auch andere an sich stellen: 19 große IT-Unternehmen etwa stellen Vereinen und gemeinnützigen Organisationen Soft- und Hardware-Spenden zur Verfügung. Die Online-Plattform Stifter-helfen.de schaffe für diesen Austausch den Rahmen, erläuterte Pia Prangenberg. Die Unternehmen, darunter Microsoft und SAP, würden ihre Spenden an Stifter-helfen.de übermitteln, zusammen mit den Kriterien, unter denen diese an interessierte Organisationen weitergegeben werden können. Vereine und Stiftungen wiederum könnten sich in drei Schritten um diese Spenden bewerben. Nach einer Registrierung prüfe Stifter-helfen.de, ob die Vergabekriterien erfüllt seien, anschließend stehe einer Bestellung nichts mehr im Wege. „Die Vereine zahlen eine kleine Verwaltungsgebühr, die sich am Gesamtwert der Spende orientiert“, erklärte Prangenberg. Auf diese Weise könne Stifter-helfen.de einen Teil seiner Kosten decken. Weitere finanzielle Unterstützung komme von zwei gemeinnützigen Stiftungen. Unter den 12.200 Nutzern, die derzeit bei Stifter-helfen.de registriert seien und von rund 250.000 Produktspenden profitieren konnten, seien unter anderem Caritas, die Tafeln und Dentists for Africa.
Das Thema Transparenz griff William Stappen von den Piraten Bonn auf. Er stellte in seinem Vortrag die Kommunikationsinstrumente vor, mit denen sich die Piraten organisieren. Stappen räumte ein, dass Pirate Pads, Mailing-Listen oder die Software Liquid Feedback angesichts des Wachstums der Partei und der wachsenden Fülle an zu kommunizierenden Informationen an ihre Grenzen gestoßen seien. „Mailing-Listen etwa sind inzwischen von Trollen besetzt, bei unserem Videokonferenz-Tool Mumble haben wir eine hohe Fluktuation der Teilnehmer“, so Stappen. Nicht zuletzt die sich verändernde Zusammensetzung der Partei führe dazu, dass Erfolgsfaktoren des Crowdsourcing, auf denen die Kommunikation innerhalb der Piraten aufgebaut worden sei, ausgehebelt würden. Stappen: „2011 war das Durchschnittsalter bei den Piraten 30 Jahre, 2012 liegt es bei 37 Jahren.“ Nichtsdestotrotz gebe es keine Alternative zur Transparenz – sie sei eine Voraussetzung für Schwarmintelligenz. „Wege entstehen im Gehen“, fasste Stappen die Zuversicht zusammen, dass die Piraten bis zur Bundestagswahl 2013 die derzeitige Situation überwinden könnten.
Im dritten Vortrag des Abends erläuterte Dr. Solveig Palm die Vorgehensweise des Projekts 5000×5000. Der Verein Beethoven Festspielhaus Förderverein e.V., eine Privatinitiative um IHK-Präsident Wolfgang Grießl, möchte erreichen, dass 5.000 Menschen fünf Jahre lang je 1.000 Euro für den Bau des neuen Beethoven-Festspielhauses in Beethovens Geburtsstadt stiften. Palm ordnete die Initiative ein in die kulturpolitische Diskussion in Bonn. „Bonn war bislang eine Museumsstadt. Wir sollten daraus eine Beethovenstadt machen“, so die Projektleiterin von 5000×5000. Ein Festspielhaus, das für Kultur aus der ganzen Welt offen stehe und auch für die Kultur von morgen stehe, sei dazu ein wichtiger Beitrag. Auch die Jugendarbeit, für die Palm sich als Vorsitzende des Netzwerks Ludwig van B. engagiert, würde davon profitieren. Im Projekt 5000×5000 habe man die ersten sechs Monate nach dem Start dafür genutzt, Überzeugungsarbeit in der Politik zu leisten sowie klassische Kommunikationswerkzeuge aufzusetzen, erläuterte Palm. Dazu gehörten Flyer, Benefizkonzerte oder auch eine Botschafterkampagne. Spätestens wenn die Internationalisierung des Projekts anstehe, werde man um digitales Fundraising nicht umhin kommen. Allerdings seien die dafür nötigen Ressourcen bislang nicht eingeplant. „Es gibt derzeit viele gute Ratschläge, aber wenig Unterstützung“, räumte Palm ein, die als einzige hauptamtlich Beschäftigte an dem Projekt arbeitet. Die Arbeit werde bislang zu großen Teilen von ehrenamtlichen Förderern geleistet.
Die Pläne für ein Festspielhaus waren bei den anschließenden Diskussionen ebenso Thema unter den Teilnehmern wie Detailfragen zu der Arbeit der Piraten und die Beweggründe für Unternehmen, sich bei Stifter-helfen.de zu engagieren. Darüber hinaus nutzten Stammgäste und neue Teilnehmer der Socialbar die Gelegenheit, Kontakte zu knüpfen und sich informell über Projekte auszutauschen.
Die nächste Socialbar Bonn ist für Montag, 1. Oktober angesetzt. Gastgeber ist dann das Münster Carré Bonn.

Michael Münz

Details

Datum:
06.08.2012
Zeit:
18:00 - 22:00
Veranstaltungskategorie:

Das Team

Jana Jagalski
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Charlotte Hauswedell
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Daniel Montua
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Michael Münz
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Ute Lange
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