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Socialbar Bonn #2

Diskussion2

Agenda

18.00 – 18.30 Uhr: Ankommen + Kennenlernen
18.30 – 19.15 Uhr: Zwei Präsentationen + Fragerunde
19.15 – 19.30 Uhr: PAUSE
19.30 – 19.50 Uhr: Präsentation + Fragerunde
19.50 – Ende offen: Open space – Themenrunde, Kontakte knüpfen, Kooperationen planen

ReferentInnen:


Rückblick:

Socialbar: Von Foren und „Fitmobs“

Bonn – Erfahrungen mit der virtuellen Welt austauschen, Kontakte für die reale Welt knüpfen – dazu bot die zweite Socialbar Bonn reichlich Gelegenheit. Drei Vorträge rund um die Arbeit mit Onlinemedien gaben am Dienstag, 4. Mai, in der Friedrich-Ebert-Stiftung Impulse für anregende Diskussionen und kurzweiliges Networking.‘
Erster Referent war Özcan Ülger, der das Portal jmd4you.de der Jugendmigrationsdienste vorstellte. Das von zahlreichen Wohlfahrtsverbänden getragene – und vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie vom Europäischen Integrationsfonds geförderte – Angebot richte sich an junge Migranten, die in ihrer Umgebung kein Büro der Migrationsdienste aufsuchen könnten, erklärte Ülger den etwa 35 Teilnehmern. Nach einer Registrierung könnten die Nutzer Fragen per E-Mail an das 30-köpfige Beraterteam stellen oder an moderierten Chats teilnehmen. Die zwei größten Herausforderungen für Ülger: Zunächst musste viel Überzeugungsarbeit geleistet werden, um die Skepsis gegenüber dem Medium Internet abzubauen. „Onlineberatung ist in der Sozialen Arbeit neu“, so der Projektleiter. Jetzt gelte es die Zielgruppen dort im Netz abzuholen, wo sie sich ohnehin aufhielten – etwa bei SchülerVZ. Geplant sei zudem, das Portal in fünf Sprachen auszubauen und um ein Forum zu ergänzen.
„In was für einer Gesellschaft wollen wir leben?“ – mit dieser Frage wendet sich diegesellschafter.de an seine Nutzer. Mit Erfolg: Rund 3,7 Millionen registrierte Nutzer hätten seit dem Start im März 2006 rund 280.000 Beiträge auf der Seite verfasst, berichtete Christian Scheifl. Die Beiträge würden permanent von einem Redaktionsteam mitgelesen, was gegen die Diskussionsregeln der Seite verstoße, werde gelöscht. „Manchmal müssen wir uns auch auf Diskussionen einlassen, die wir inhaltlich ganz anders sehen“, so Scheifl, Projektleiter bei der Aktion Mensch. „Aber wenn man eine offene Plattform bereitstellt, muss man das als Betreiber zulassen.“ Die Aktion Mensch, die das Projekt betreibt, setze darüber hinaus auch Blogs oder eine Freiwilligendatenbank ein, um ihr Ziel zu erreichen: die Stärkung gesellschaftlicher Mitwirkung und Engagements. „Dazu vernetzen wir Leute vor Ort, stellen eine Diskussionsplattform zur Verfügung und fördern Projekte aller Art“, fügte Scheifl hinzu.
Im dritten Vortrag stellten Jan Schröder und Martin Beyerle von der Kölner Agentur minds & makers vor, wie Soziale Innovationen durch Service Design aus der Perspektive der Zielgruppe entwickelt werden können. Die Vorgehensweise wurde anhand eines Projekts für eine Krankenkasse vorgestellt, das Martin Beyerle während seiner Zeit beim Forschungszentum für Service Design der FH Köln leitete. Ziel war es, den Mitgliedern der Krankenkasse „Lust auf Gesundheit“ zu machen. Dazu wurde zunächst ermittelt, was Menschen eigentlich von einer gesünderen Lebensweise abhält. Die Ergebnisse einer intensiven Studie mit zahlreichen Probanden ergaben als eine der Ursachen einen intensiven und unregelmäßigen Arbeitsalltag. Als Reaktion wurde gemeinsam mit Probanden und Auftraggeber der „Fitmob“ entwickelt. In Anlehnung an einen Flashmob können Menschen sich per Online-Tool zu einer spontanen sportlichen Mittagspause in ihrem Quartier verabreden. Ein weiteres Ergebnis: „KidsSharing“. Über eine Webseite können Mütter sich zu Gruppen zusammenfinden und eine gegenseitige Kinderbetreuung organisieren. Dies lasse den Frauen dann mehr Zeit, um etwa Sport zu treiben.
Was alle drei Beispiele deutlich machten: In Verbindung mit Offline-Kampagnen können Online-Angebote ihre Stärken noch besser ausspielen. So stellen etwa die Jugendmigrationsdienste ihr Portal in Schulen vor oder suchen Kooperationspartner jenseits des Internets. Im Konzept von Minds & Makers waren die Instrumente aus dem Online-Baukasten integriert in ein Umfeld aus Print und persönlichen Beratungen. Christian Scheifl ergänzte, dass auch die Aktion Mensch auf Crosspromotion setze: „Vorschläge der Nutzer von diegesellschafter.de fassen wir in Printanzeigen zusammen und starten auch jährlich eine Medienkampagne zu einem bestimmten Themenschwerpunkt.“ Und ergänzte: „Wenn ich einen Multiplikator von unserer Arbeit überzeugen will, lege ich meist noch etwas Gedrucktes dazu.“

Details

Datum:
04.05.2010
Zeit:
18:00 - 22:00
Veranstaltungskategorie:
Veranstaltungsort:
Friedrich-Ebert-Stiftung
Godesberger Allee 149
Bonn, 53175 Deutschland

Das Team

Charlotte Hauswedell
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Daniel Montua
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Florentin Butz
platzhalter_organisator
Michael Münz
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Ute Lange
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