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Socialbar Stuttgart #5: Ein neues Wirtschaften ist möglich – Sozialunternehmertum in der Region (Social Entrepreneurship/Social Businesses)

Agenda

19.00 – 19.30 Uhr: Ankommen, Hallo sagen, Drink nehmen, Kennenlernen
19.30 – 21.00 Uhr: Begrüßung, Input und SocialbarLab
21.00 – nach Lust und Laune: Diskutieren, Kontakte knüpfen, Ideen entwickeln, Kooperationen planen

ReferentInnen:

  • 1. Wilfried Münch (Filialleiter GLS Bank Stuttgart): menschliche, zukunftsfähige Geldverwendung
    Seit 35 Jahren verbindet die GLS Bank professionelles Bankgeschäft mit verantwortungsvollem Handeln. Die GLS Bank investiert in soziale, ökologisch innovativ und herausragende Unternehmen und Initiativen, die ökonomisch tragfähig funktionieren. Mittlerweile über 90.000 Kundinnen und Kunden finanzieren rund 9.000 zukunftsweisende Unternehmen und Projekte diese Art. Auch in der Region Stuttgart und darüber hinaus gibt es zahlreiche gute Projekte und Projektideen, die einerseits Kredit-/Finanzierungsbedarf bedarf haben und andererseits finanzielle Unterstützung benötigen – wie lassen sich solche Unternehmen, UnternehmerInnen und Projekte „ identifizieren“ um die anvertrauten Kundeneinlagen sinnvoll verwenden zu können? Hr. Münch wird erläutern, welche Anforderungen derlei Unternehmen und Projekte erfüllen müssen, um für „soziale“ Investoren (Anleger), interessant zu sein. Diese machen Ihre Investitions- und Anlageentscheidung nicht allein vom schnöden Mammon abhängig, sondern vielmehr von der möglichen „sozialen Rendite“. www.gls.de
  • 2. Tobias Zeile (Leiter Weg zur Freiheit Warmbronn): Zurück ins Leben
    Wie kann ein Drogensüchtiger dem Teufelskreis von Drogensucht und Beschaffungskriminalität entkommen und wieder zurück in ein normales Leben finden? Das 1990 gegründete Sozialunternehmen bietet Drogensüchtigen einen Weg zur Freiheit. Nach dem körperlichen Entzug steht neben der Aufarbeitung der Vergangenheit v.a. die Stärkung der Gemeinschafts- und Beziehungsfähigkeit, die Einübung lebenspraktischer Fähigkeiten und die Entwicklung von Zielen für die Zukunft Die Betroffenen arbeiten mind. sechs Stunden täglich im Gartenbau, bei Schreiner- oder Abbrucharbeiten, gewöhnen sich hierbei wieder an regelmäßiges Arbeiten und finanzieren hierüber zum großen Teil Ihre eigene Therapie. Doch v.a. im Winter ist es schwierig Auftraggeber mit Tätigkeiten zu finden, die vor Ort durchführbar sind und genügend Einnahmen zur Finanzierung der Einrichtung erbringen. Tobias Zeile berichtet von dem Kampf ums Geld, Erfolgen und Misserfolgen ihres Projektes und den Plänen für die Zukunft. www.wegzurfreiheit.de
  • 3. Helmut Schmid (Leiter Trott-war e.V.): Den Schwachen eine Stimme geben
    „Sozial benachteiligten Menschen in und um Stuttgart eine Stimme geben“, das war die Vision von Helmut Schmid, als er Anfang der 90er Jahre seine sichere Anstellung im Feuilleton der Stuttgarter Nachrichten aufgab, um gemeinsam mit anderen engagierten Mitstreitern die Straßenzeitung Trott-war zu gründen. Heute sind die Zeitungsverkäufer mit ihren roten Jacken aus dem Stadtbild nicht mehr wegzudenken und aus dem Start-Up ist ein mittlerweile erwachsenes Sozialunternehmen mit einer Auflage von 28.000 Exemplaren geworden. Trott-war hat es geschafft, mittlerweile 18 Menschen unbefristet anzustellen, die auf dem ersten Arbeitsmarkt keine Chance mehr gehabt hätten – und dass völlig ohne öffentliche Mittel. Hr. Schmid wird davon berichten, wie dies möglich war, was ihn treibt, welche Vision er hat und wie wir ihn bei der Verwirklichung unterstützen können.www.trott-war.de

 

Bericht

Rappelvoll war es gestern Abend in der GLS-Bank am Eugensplatz in Stuttgart, wo die 5. Socialbar zum Thema „Sozialunternehmertum/Social Business“ stattfand. Weit über 60 Gäste drängten sich in die Geschäftsräume der GLS, die unsere Gastgeberin an dem Abend war.

Tim Strebe startete nach der Begrüßung mit der üblichen Selbstvorstellungsrunde („jeder drei tags – Schlagworte – über sich selbst“), die zeigte, wie unterschiedlich die Menschen sind, die sich für die Socialbar interessieren: Architekten, Betriebsräte, Leute aus Politik und Verwaltung, Künstler, gemeinnützige Organisationen und Initiativen, Studierende, Fundraiser, engagierte Bürger, – die inhaltliche Bandbreite der TeilnehmerInnen und damit ihr Erfahrungsspektrum und ihr Wissen war riesig.

Tim Strebe erläuterte eingangs anhand der Aktivitäten von Muhammad Yunus und seiner Grameen Bank, was man unter „Social Business“ versteht. Ziel eines Sozialunternehmens ist nicht die Gewinnmaximierung, sondern Ziel ist es, gesellschaftliche Probleme zu lösen mit unternehmerischen Mitteln.

Wilfried Münch, der Leiter der GLS-Bankfiliale in Stuttgart, stellte das Konzept der GLS-Bank vor und legte dar, was sein Haus unter Nachhaltigkeit versteht. „Geld und Wirtschaft sind für die Menschen da – nicht umgekehrt“, das ist die Leitlinie der Bank, die Projekte nur fördert, wenn sie bestimmten Nachhaltigkeitskriterien entsprechen.

Zwei Sozialunternehmen stellten ihre Arbeit vor: die Drogentherapieeinrichtung „Weg zur Freiheit“ aus Warmbronn und „Trott-war“, die Straßenzeitung aus Stuttgart. Beide Projekte tragen sich selbst und sind von öffentlicher Förderung unabhängig. Wie so etwas funktionieren kann, wie im Alltag Wirtschaftlichkeitsüberlegungen mit den sozialen Zielen ausbalanciert werden müssen, arbeiteten die beiden Referenten – Tobias Zeile für die Therapieeinrichtung und Helmut Schmid für Trott-war – gut heraus.

Im Anschluss an die Kurzvorträge wurden die Gäste um Rat gebeten zu Fragen, die die drei Referenten mitgebracht hatten. In einem kleinen World-Café, bei dem die TeilnehmerInnen sich in unterschiedlichen Runden mit den einzelnen vorgestellten Einrichtungen befassten, wurde das Wissen der Bürger abgerufen bzw. für die anwesenden Social Businesses nutzbar gemacht. So fragten bspw. die Macher von Trott-war, wie ihr Leserkreis noch ausgedehnt werden könnte und die Warmbronner Drogenhilfeeinrichtung wollte wissen, welche Tätigkeiten sie ihren Klienten auch in der Winterszeit, wo Gartenarbeiten nicht möglich sind, geben könnte.

Zeit zum Netzwerken, gegenseitigen Kennenlernen oder einfach zum zwanglosen Gedankenaustausch gab es auch noch. Insgesamt eine gelungene 5. Socialbar! Wir danken allen, die mitgeholfen haben und die als Gäste kamen. Ein besonderer Dank geht an die GLS-Bank für ihre Gastfreundschaft bzw. für die hübschen Räume, die sie zur Verfügung stellte.

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Details

Datum:
01.03.2011
Zeit:
19:00 - 22:00
Veranstaltungskategorie:
Veranstaltungsort:
Unbenannter Veranstaltungsort
Stuttgart, Deutschland

Das Team